Berufsrecht des Heilpraktikers

Aus verschiedenen Gesetzen folgen wichtige rechtliche Vorgaben für Heilpraktiker, welche bei der Berufsausübung zu beachten sind. Dies gilt zum Beispiel für den Abschluss und die Gestaltung von Behandlungsverträgen, die korrekte Abrechnung von Heilpraktikerleistungen sowie die Herstellung von Arzneimitteln und das Infusionsschutzgesetz.

Die Berufspflichten für Heilpraktiker sind weder gesetzlich kodifiziert noch existiert eine staatlich anerkannte Heilpraktiker-Berufsordnung. Vor dem Hintergrund, dass es sich beim Heilpraktiker um einen freien Beruf handelt, wird dies teilweise dahingehend (miss-)verstanden, es gäbe keinerlei gesetzliche Vorgaben für die berufliche Tätigkeit als Heilpraktiker. Diese Annahme ist jedoch falsch. Vielmehr ergeben sich aus zivilrechtlichen und strafrechtlichen Vorgaben eine Reihe mittelbarer Berufspflichten. Dies stellt Sie als Heilpraktiker vor eine Herausforderung. Sie müssen sich selbständig einen Überblick über die für Sie maßgeblichen Vorgaben verschaffen. Andernfalls drohen privatrechtliche oder berufsrechtliche Sanktionen, wie beispielsweise Schadensersatzansprüche oder der Widerruf der Heilpraktikererlaubnis.

Der folgende Teil möchte Ihnen dabei helfen, sich einen raschen und verständlichen Überblick über die wesentlichen Berufspflichten eines Heilpraktikers zu verschaffen: Dies sind insbesondere die Schweigepflicht, die Aufklärungspflicht sowie die Dokumentationspflicht und Fortbildungspflicht. Die meisten der skizzierten Berufspflichten gelten jedoch nicht allein für Heilpraktiker, sondern auch für Angehörige anderer Gesundheitsfachberufe.