Was ist eine Fernbehandlung im haftungsrechtlichen Sinn?

Eine Fernbehandlung (im haftungsrechtlichen Sinne) liegt vor, wenn der Patient selbst oder für ihn ein Dritter demjenigen, der die Krankheit erkennen oder behandeln soll, Angaben über die Krankheit (Symptome oder Befunde) übermittelt und der Therapeut, ohne den Kranken zuvor gesehen und die Möglichkeit von einer persönlichen Untersuchung gehabt zu haben, eine konkrete Diagnose stellt oder ihm einen individuellen Behandlungsvorschlag unterbreitet. Problematisch sind demnach Äußerungen, die einen individuellen Bezug zu einer Krankheit eines Betroffenen haben, der nicht körperlich anwesend ist. Unproblematisch sind hingegen allgemeine Ausführungen, die nicht an eine bestimmte Person gerichtet sind, z.B. in Form eines Informations-Webinars. Konkrete Nachfragen, sie sich auf einen Seminarteilnehmer beziehen, können jedoch problematisch sein.