Haftung von Heilpraktikern (Behandlungsfehler)

Haftung von Heilpraktikern für Behandlungsfehler (Diagnosefehler, Therapiefehler etc.)

Da Heilpraktiker überwiegend risikoarme Therapieverfahren anwenden, kommen Regressprozesse gegen Heilpraktiker eher selten vor. Wenn doch, können diese jedoch oft schwerwiegend sein; teilweise werden Heilpraktiker für den Tod von Patienten verantwortlich gemacht. Klassische Behandlungsfehler sind z.B. eine nicht fachgerechte Blutegeltherapie die zu einer Narbenbildung führt, ein falscher chiropraktischer Griff, der den Riss einer Arterie bewirkt oder ein Spritzenabzess. Allerdings können auch fachgerechte Behandlungen als Behandlungsfehler gelten; z.B. dann, wenn eine wirksame Einwilligung fehlt. Auf der anderen Seite ist nicht jeder Behandlungsmisserfolg ein Behandlungsfehler; jedoch muss der Patient zuvor ordnungsgemäß über die Risiken aufgeklärt worden sein. Teilweise richtet sich der Vorwurf darauf, die Grenzen der eigenen fachlichen Fähigkeiten nicht eingehalten zu haben bzw. nicht rechtzeitig schulmedizinische Hilfe veranlasst zu haben.

Welche Sanktionen drohen Heilpraktikern im Falle eines Behandlungsfehlers?

Im Falle eines Behandlungsfehlers drohen Heilpraktikern folgende Sanktionen:

  • Strafrechtliche Verantwortlichkeit (fahrlässige Körperverletzung oder Tötung)
  • berufsrechtliche Verantwortlichkeit (Widerruf der Heilpraktikererlaubnis)
  • zivilrechtliche Verantwortlichkeit (Schadensersatz & Schmerzensgeld)